Heute wurde ich wieder einmal zum Thema E-Auto angesprochen:

„Die sind ja alles andere als nachhaltig und umweltfreundlich wegen den seltenen Erden und der Batterien. Im Fernsehen kam da auch ein Bericht über den Abbau von Kobalt und Lithium und den hohen Wasser Verbrauch. Und die armen Bauern haben jetzt auch deshalb kein Wasser mehr in Chile.”

Wie immer erfolgt darauf der Versuch den Leuten das ganze zu erklären, was sich aber als sehr schwierig heraus stellt und man sich mehr oder weniger im Kreis dreht.

Also habe ich mir gedacht, ich betrachte die ganze Sache mal von einer anderen Seite und stelle mir ein paar berechtigte Fragen, die ich dann auf unserer Webseite zur Verfügung stelle.

  1. Was genau bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit ?
  2. Ist unser Alltag nachhaltig ?
  3. Ist E-Mobilität nachhaltig ?

Auszug aus Wikipedia

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll. ….
Mit anderen Worten: Die beteiligten Systeme können ein bestimmtes Maß an Ressourcennutzung dauerhaft aushalten, ohne Schaden zu nehmen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nachhaltigkeit

Antwort auf Frage 1

Daraus ergibt sich primär die Erkenntnis, dass wir eine gewisse Menge an Ressourcen nutzen können, sofern gewährleistet ist, dass wir das mit Augenmaß tun und darauf achten, dass diese Ressource regeneriert, wiederverwendet werden oder dies auf natürliche Weise passiert und beteiligte Systeme nicht geschädigt werden.

Antwort auf Frage 2

Nein unser aktueller Alltag und unsere Lebensweise sind nicht nachhaltig. Wir verbrauchen alleine in Deutschland deutlich mehr Ressourcen als für das komplexe Öko-System gut ist.

Antwort auf Frage 3

Bei der E-Mobilität ist das generelle Problem die derzeitige Batterietechnik. Diese verwendet Lithium und noch ein paar weitere Mineralien, die wir aus der Erde holen und verarbeiten. Es gibt zwar Alternativen – diese sind aber noch nicht serienreif.
Auch für die Herstellung der Fahrzeuge werden Ressourcen gebraucht.
Die durch den Abbau entstehenden Schäden und Ausbeutungen sind ganz klar von Menschen gemacht und werden im Wirtschaftssystem meist einfach hingenommen. Nach dem Motto Profit vor Umwelt, Klima und Menschenrechte. Die meisten sehen dies nicht oder wollen es auch nicht sehen.

Dies gilt übrigens für fast alle Wirtschafts- und Konsumgüter.

Welchen Schluss ziehen wir aus dem Dilemma? Konsequenterweise müssten wir jetzt auf alle Dinge verzichten, die dem Thema Nachhaltigkeit nicht gerecht werden und letztlich zur Zerstörung unser Lebensgrundlage führen.
Ich würde mal behaupten diese Forderung findet eindeutig noch keine Mehrheit, obwohl Sie eigentlich zwingend notwendig wäre.

Alternativ könnten wir aber auch hergehen und überlegen, wie wir es schaffen wirklich nachhaltig zu handeln und dennoch unsere Bedürfnisse zu befriedigen, sowohl ökonomisch als auch ökologisch.

Dazu müssten wir aber unser aktuelles Wirtschaftssystem in Frage stellen und einschneidende Massnahmen ergreifen. Was ja primär nur von der Politik angegangen werden kann und die wird letztlich von einer starken Lobby beeinflusst und ist von uns als Wähler abhängig.
Gravierende Änderungen fördern nicht gerade eine Wiederwahl, daher wären gewisse Rechte einfach mit ins Grundgestzt zu übernehmen, sofern Sie da noch nicht stehen.

Warum brauchen wir überhaupt Mobilität ?

Weil unsere Gesellschaft mittlerweile auf Mobilität und Flexibilität aufgebaut ist. Für den Weg zur Arbeit, in die Freizeit oder einfach in den Urlaub, viele von uns sind ständig unterwegs. Dabei legen wir täglich im Schnitt etwa 40 km zurück, In den meisten Fällen mit einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

Was ist daran so schlimm ?

Die Tatsache, dass wir durch das Verbrennen fossiler Rohstoffe eindeutig unsere Lebensgrundlage zerstören. Wir erhöhen durch den CO2 Ausstoß den Treibhaus Effekt und sterben einfach irgendwann aus. Wie die Dinosaurier ! Eine nicht ganz so coole Perspektive für unsere Kinder !

Was ist da die Alternative bezogen auf die Mobilität?

Wir müssen unser Mobilitätsverhalten ändern.

Und wie soll das gehen ?

Wir sollten uns bewusster machen, wann ich was und wie erledige. Die E-Mobilität ist hier ein kleiner Baustein der dazu beiträgt das Problem zu mildern, wenn er sinnvoll angewandt wird.

Was ist also der Sinn der E-Mobilität ?

Wenn wir weiterhin mobil sein wollen, dann brauchen wir Alternativen zum Verbrennungsmotor, die haben wir aktuell in Form des E-Motors. Die Energie kann beim E-Motor nachhaltig mit Erneuerbaren Energien unendlich lange erzeugt werden. (Übrigens ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug ist auch ein E-Fahrzeug, das aber derzeit ungleich mehr Energie verbraucht).

Die Batterien sind da noch der Knackpunkt, also müssen die Ressourcen dafür so effizient wie möglich verwendet werden. Über 90% aller Fahrten sind Kurzstrecken, da reichen locker 300 km Reichweite aus und wenn es einmal mehr sein muss, dann kann man Ladezyklen einplanen oder einfach einen anderen Mobilitätsdienst verwenden. z.B. Pool-, Quartiers- oder CAR- sharing oder Bahn und Reisebus.

Altbatterien müssen komplett recycelt werden, um sie wieder zu verwenden. Somit wird ein weiterer Abbau der Ressource vermieden.
Wir müssen Fahrzeuge bauen, die komplett recycelt werden können.

Die Fahrzeuge sollten besser auf den Bedarf der Nutzung zugeschnitten sein.

Wir müssen ein Auto als Mobilitäts-Objekt betrachten, nicht mehr als Statussymbol.

E-Fahrzeuge sollten generell eine Aussenhülle besitzen, die Energie erzeugt, um so die Reichweite zu verlängern oder die Ladung zu verkürzen oder gar nicht notwendig zu machen. ( Bsp. SONO Motors)

Welche Fragen sollte sie daher jeder selbst stellen ?

Muss ich immer das Auto nehmen wenn ich mich innerhalb meines Wohnortes bewege ? Da reicht doch locker das Rad oder gehen Sie doch mal zu Fuß und entdecken Sie ihren Wohnort.

Ist der Weg zur Arbeit nicht vielleicht doch mit ÖPNV oder mit dem Rad möglich oder in einer Fahrgemeinschaft ?

Und wenn ich schon mit dem Auto unterwegs sein muss, sollte ich nicht einfach mal langsamer, vorausschauender und entspannter fahren ?

Brauche ich den überhaupt ein Auto oder den Zweitwagen ?

Um abschließend die Frage 3 zu beantworten.
Nein, ein E-Fahrzeug ist nach heutigem Stand nicht nachhaltig aber auf dem besten Wege dorthin wenn die Politik endlich die Rahmenbedingungen entsprechend anpasst und verantwortungsvolle Manager den Klima- und Umweltschutz vor Profit und Wachstum stellen.
Im Vergleich zum Verbrenner ist das E-Auto aber eindeutig überlegen und nachhaltiger, bedingt durch den immer größer werdenden Anteil von Erneuerbaren Energien für die Herstellung und als Treibstoff.

Kommentar zum Thema Wasser Verbrauch.
Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, erklärte im Gespräch mit dem Tagesspiegel, dass für das Lithium einer Batterie mit einer Kapazität von 64 Kilowattstunden (kWh) 3840 Liter Wasser verdunstet werden. Das entspreche dem Wasserverbrauch bei der Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, 10 Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans.
Der Professor verwies auf den Wasserverbrauch beim klassischen Verbrennungsmotor:
Derzeit würden weltweit 17,5 Milliarden Liter Öl pro Tag verbraucht, für dessen Förderung 46 Milliarden Liter Wasser notwendig seien. „Mit diesem Wasser könnte man Lithium für 1,5 Millionen große Tesla-Akkus gewinnen – jeden Tag“, unterstrich Fichtner. „Und das Wasser für die Ölförderung verdunstet nicht, es wird häufig vergiftet.“

Quellen

https://ecomento.de/2019/12/04/batterieforscher-wasserverbrauch-lithium-elektroauto-akkus/

Sono-Motors Fair Cobalt Allianz

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